Supersamstag !
Wer sich durch diesen Werbespruch als Segelflieger in den Supermarkt locken ließ, verpasste die fliegerischen Schnäppchen.
Schon der Brückentag am Freitag lockte viele auf den Flugplatz. Sie wurden mit guten Bedingungen wieder einmal nach Norden und Nordosten belohnt. Lingen – Lüneburg – Witzenhausen, das waren die Wendepunkte, die sich anboten. Bei homogenen Bedingungen waren Flüge von mehr als 800 km (Günther Robeck) drin.
Nach so einem schönen Tag waren die Erwartungen bei ähnlicher Wetterlage für das Wochenende natürlich groß. Doch das Wetter zierte sich zunächst. Erst Cu-Ansätze verschwanden schnell wieder, nur am Horizont Richtung Sauerland war Cu-Entwicklung zu sehen, während von Norden Sc-Felder hereindrückten. Aber nach dem Start konnte man auch im Blauen gutes Steigen finden. Dann die entscheidende Frage „in welche Richtung fliegen wir ?“ Nach kurzer Diskussion im Funk wurde meistens der Abflug Richtung Egge gewählt, die Chancen, am Edersee unter Wolken zu gelangen sahen gut aus. Den besten Riecher hatten allerdings die, die den aufreihenden Wolkentüpfelchen zum Hölleberg und in den Reinhardswald folgten.
Dort wurde die Thermik über der Sababurg, ähnlich wie dort vor langer Zeit Dornröschen, richtig wachgeküsst. (Segelflieger erzählen nicht nur Märchen wenn´s um fliegerische Leistungen geht, sondern lesen auch) Es entwickelte sich bald eine Wolkenstraße, die in den Thüringer Wald führte. Gute Steigwerte, lange Gleitstrecken mit hoher Geschwindigkeit – Segelfliegen pur, wie es richtig Spaß macht. Ich hatte das Vergnügen, mit Oliver im Arcus M zu sitzen, für diese Bedingungen genau das richtige Flugzeug.
Der Thüringer Wald zeigte sich von seiner besten Seite, hohe Basis, starkes Steigen. Das lockte allerdings viele Segelflieger. Höchste Aufmerksamkeit war geboten, ständig zeigten Flarm und LX dichten Verkehr an. Trotzdem war es einfach eine Freude, über Deutschlands grüner Lunge zu schweben.
Ein richtiges Leckerlie war dann der Rückweg. Eine endlose Wolkenstraße, wie bestellt Richtung Heimat, noch einmal Gelegenheit richtig Gas zu geben. Mit dem Thüringer Wald hatten wir allerdings nur die richtig guten Bedingungen angekratzt, weiter nach Süden war es noch besser, wie man im OLC sehen kann. Ganz vorne wieder einmal Alexander Müller der in Bayreuth startete und mit seiner EB 29 auf 1.235 km kam. Auch unser schnellster flog im Süden. Nils Deimel startete in Wächtersberg am Nordrand des Schwarzwaldes und legte 106,39 BL-Punkte vor, dicht gefolgt von Oliver Kortemeier (105,27) und Tobias Blaum (104,12), die In Oerlinghausen starteten. Lohn der 315,78 Punkte waren der 6. Rundenplatz und die Verbesserung auf den 17. Gesamtplatz.
Der Sonntag bot dann nach Umwandlung der Sc in Cu Möglichkeit zum „Auslaufen“. Schöne Bedingungen ab Mittag, aber nicht so gut, um die Geschwindigkeiten vom Samstag zu überbieten.
Fazit: Bei guten Bedingungen sind wir vorne mit dabei!
Pauli